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Ihre Öffnungszeiten stehen an vier Stellen. An Feiertagen widersprechen sie sich.

SEO 8 Min. Lesezeit

Google, Facebook, Apple und Ihre eigene Website führen jeweils eine eigene Fassung. Was dort technisch möglich ist, wo Googles Feiertagsliste von der Berliner abweicht, und was das Gesetz wirklich verlangt.

Vier Karten mit derselben Uhrzeit, eine davon durchgestrichen

Eine Kundin steht am 8. März vor Ihrem Laden. Google sagt geöffnet, die Tür ist zu. Sie geht wieder, und sie kommt nicht noch einmal, um es zu überprüfen.

Der Grund ist selten Nachlässigkeit. Der Grund ist, dass Ihre Öffnungszeiten an mindestens vier Stellen gespeichert sind, dass jede davon ein anderes Datenmodell hat, und dass nur eine davon überhaupt vorsieht, einen einzelnen Tag anders zu behandeln als den Rest der Woche.

Google: sechs Tage, und keinen mehr

Google kennt neben den regulären Öffnungszeiten ein eigenes Feld namens Spezielle Öffnungszeiten. Es ist dafür gedacht, einzelne Tage abweichend einzutragen, ohne die regulären Zeiten anzufassen.

Dieses Feld hat eine Grenze, die in der Hilfe steht und die viele überrascht: Spezielle Öffnungszeiten lassen sich für höchstens sechs aufeinanderfolgende Tage setzen. Wer sieben Tage oder länger schließt, soll das Unternehmen stattdessen als vorübergehend geschlossen markieren.

Für einen Betrieb in Berlin heißt das konkret: Eine Schließung zwischen Weihnachten und Neujahr lässt sich nicht als eine einzige spezielle Öffnungszeit eintragen. Entweder Sie teilen sie auf, oder Sie schalten den Eintrag für diese Zeit auf vorübergehend geschlossen und danach wieder zurück.

Daneben gibt es ein drittes Feld, Weitere Öffnungszeiten, etwa für eine Mittagskarte oder eine Abholzeit. Google schreibt dazu zwei Dinge, die man leicht übersieht: Weitere Öffnungszeiten lassen sich erst anlegen, wenn die regulären Zeiten eingetragen sind, und sie sollen in der Regel eine Teilmenge der Hauptöffnungszeiten sein. Eine Abholzeit, die außerhalb Ihrer Öffnungszeiten liegt, ist dort also nicht vorgesehen.

Google warnt Ihre Kundschaft, bevor Sie etwas tun

Das Interessanteste steht in einem anderen Hilfeartikel. Google führt eine Liste von Feiertagen, und an diesen Tagen kann in Ihrem Unternehmensprofil ein Hinweis erscheinen, dass Ihre Öffnungszeiten abweichen könnten. Wörtlich: „An den unten aufgeführten Feiertagen wird in Ihrem Unternehmensprofil möglicherweise eine Warnung angezeigt, dass die Öffnungszeiten Ihres Unternehmens abweichen können."

Diese Warnung sieht nicht nur, wer gesucht hat. Sie steht dort, bis Sie die Zeiten für diesen Tag bestätigen. Googles eigene Empfehlung in der deutschen Hilfe lautet entsprechend: Öffnungszeiten für gesetzliche Feiertage bestätigen, „und zwar auch dann, wenn sie nicht von den regulären Geschäftszeiten abweichen".

Googles Feiertagsliste ist nicht die Berliner Feiertagsliste

Hier wird es für einen Berliner Betrieb konkret. Die beiden Listen decken sich nicht.

Gesetzliche Feiertage in Berlin sind nach § 1 des Feiertagsgesetzes zehn Tage: Neujahr, der Frauentag am 8. März, Karfreitag, Ostermontag, der 1. Mai, Himmelfahrt, Pfingstmontag, der Tag der Deutschen Einheit sowie der erste und zweite Weihnachtstag.

Googles Liste für Deutschland enthält zusätzlich Tage, die in Berlin keine gesetzlichen Feiertage sind, darunter Heiligabend, Silvester und den Reformationstag. Umgekehrt führt Google den Frauentag korrekt als Feiertag, der nur für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gilt.

Praktisch bedeutet das: Wenn Sie nur die Tage pflegen, an denen Google warnt, pflegen Sie eine andere Menge als die, die das Gesetz meint. Und wenn Sie nur die gesetzlichen Feiertage pflegen, bleibt an Heiligabend und Silvester eine Warnung in Ihrem Profil stehen, obwohl Sie vielleicht ganz normal geöffnet haben.

Zwei Hinweise für 2026: Der 8. März fällt auf einen Sonntag, der 3. Oktober auf einen Samstag. Für einen Laden ändert das die praktische Wirkung erheblich.

Was das Gesetz verlangt, und für wen

An dieser Stelle wird in vielen Ratgebern geschludert, deshalb sauber: Das Berliner Ladenöffnungsgesetz regelt die Öffnungszeiten von Verkaufsstellen des Einzelhandels. Für sie gilt, dass sie an Werktagen rund um die Uhr geöffnet sein dürfen und an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich geschlossen bleiben müssen, mit Ausnahmen etwa für Blumen, Zeitungen, Backwaren und Milchprodukte sowie für Tankstellen, Apotheken und Verkaufsstellen an Bahnhöfen und Flughäfen. Dazu kommen bis zu acht verkaufsoffene Sonntage im Jahr und zwei weitere je Betrieb auf Anzeige.

Ein Restaurant ist keine Verkaufsstelle, und ein Friseursalon auch nicht. Die Sonntagsregel des Ladenöffnungsgesetzes betrifft sie nicht. Für Gaststätten gilt ein eigenes Regime, und eine Dienstleistung wie ein Haarschnitt fällt nicht unter das Ladenschlussrecht. Wer das verwechselt, trägt in sein Profil eine Schließung ein, die er gar nicht einhalten müsste.

Was es dagegen nicht gibt: eine gesetzliche Pflicht, Öffnungszeiten überhaupt zu veröffentlichen. Der Pflichtenkatalog für Websites steht in § 5 DDG, und Öffnungszeiten stehen dort nicht. Das ist ein Schluss aus dem Fehlen, kein ausdrücklicher Satz im Gesetz, aber es ist der einzige Katalog, der hier in Frage käme.

Facebook: zwei Zeitfenster pro Tag, kein einzelner Feiertag

Eine Facebook-Seite speichert Öffnungszeiten anders. In Metas eigener Dokumentation des Seitenmodells hat jeder Wochentag höchstens zwei Zeitfenster, und es gibt ein Feld für den Status: normal geöffnet, abweichend geöffnet, vorübergehend geschlossen, dauerhaft geschlossen.

Was in diesem Modell nicht vorkommt, ist ein Feld für ein einzelnes Datum. Es gibt keine Entsprechung zu Googles speziellen Öffnungszeiten. Ein Betrieb, der nur am 8. März geschlossen hat, kann das auf einer Facebook-Seite nicht als Ausnahme hinterlegen, sondern nur den Status umschalten und hinterher zurückstellen. Das ist kein Vorwurf an Meta, aber es erklärt, warum Facebook-Zeiten an Feiertagen so zuverlässig falsch sind.

Zu Instagram können wir an dieser Stelle nichts Belastbares sagen. Wir haben in der offiziellen Dokumentation keine Aussage gefunden, ob und wie ein professionelles Instagram-Konto Öffnungszeiten anzeigt oder von einer verbundenen Facebook-Seite übernimmt. Wir schreiben hier lieber, dass wir es nicht belegen können, als eine Vermutung zu übernehmen.

Apple heißt jetzt anders

Die vierte Stelle vergessen die meisten: Apple Maps. Der Dienst, über den Betriebe ihre Daten dort pflegen, hieß Apple Business Connect und heißt seit März 2026 Apple Business. Apple Business Essentials, Apple Business Manager und Apple Business Connect gehen darin auf. Der Dienst ist kostenlos und in über 200 Ländern verfügbar.

Apples Modell unterscheidet reguläre Zeiten, besondere Zeiten für einzelne Dienstleistungen und temporäre Zeiten für einen oder mehrere einzelne Tage, darunter ausdrücklich Feiertagszeiten. Vorsicht bei der Übersetzung: Apples „special hours" entsprechen nicht Googles speziellen Öffnungszeiten, sondern eher Googles weiteren Öffnungszeiten. Wer die beiden Begriffe gleichsetzt, trägt an der falschen Stelle ein.

Die eigene Website: nützlich, aber nicht das, was viele versprechen

Auf der eigenen Website lassen sich Öffnungszeiten maschinenlesbar auszeichnen. Google führt openingHoursSpecification in seiner Dokumentation zu lokalen Unternehmen unter den empfohlenen Eigenschaften, nicht unter den erforderlichen, zusammen mit validFrom und validThrough für saisonale Zeiträume.

Zwei Dinge dazu, die selten jemand sagt. Erstens: schema.org kennt eine Eigenschaft specialOpeningHoursSpecification, die die allgemeinen Zeiten ausdrücklich überschreibt. In Googles Dokumentation zu lokalen Unternehmen kommt sie nicht vor. Wer verspricht, dass Google damit Ihre Feiertagszeiten anzeigt, behauptet etwas, das Google nirgends dokumentiert.

Zweitens, zur beliebten Drohung, falsche Auszeichnung werde bestraft. Google schreibt in seinen Richtlinien zu strukturierten Daten das Gegenteil: Eine manuelle Maßnahme wegen strukturierter Daten führt dazu, dass eine Seite ihre Eignung für Rich Results verliert, „it doesn't affect how the page ranks in Google web search". Der Schaden ist real, aber er trifft die Darstellung, nicht die Platzierung.

Bringen gepflegte Öffnungszeiten ein besseres Ranking?

Nein, jedenfalls nicht so, wie es meistens behauptet wird. Google nennt in der Hilfe zum lokalen Ranking drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Beliebtheit. Öffnungszeiten sind keiner davon.

Was Google daneben schreibt, ist etwas anderes und schwächer: Unternehmen mit vollständigen und korrekten Informationen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit in den lokalen Ergebnissen angezeigt, und zu diesen Informationen zählen die Öffnungszeiten einschließlich der speziellen. Das ist eine Aussage über das Erscheinen, nicht über die Reihenfolge. Die beiden sollte man nicht vermengen.

Wirklich abhängig von den Zeiten ist dagegen eine ganz bestimmte Art von Suche. Googles eigenes Beispiel in der deutschen Hilfe ist, nicht von uns ausgesucht, ein Friseursalon: Wer nach „Friseursalons jetzt geöffnet" sucht, bekommt Betriebe angezeigt, die Adresse und Öffnungszeiten hinterlegt haben. Ohne gepflegte Zeiten sind Sie bei dieser Suche nicht dabei, egal wie gut Sie sonst ranken.

Und noch etwas: Ihre Angaben sind nicht die einzige Quelle. Google nennt als Quellen für Profildaten unter anderem gecrawlte Webinhalte, ausdrücklich auch von der offiziellen Website eines Unternehmens, sowie Angaben von Nutzerinnen und Nutzern. Vorgeschlagene Änderungen können Sie innerhalb von vier Tagen annehmen oder ablehnen; reagieren Sie nicht, kann Google sie automatisch veröffentlichen, wenn sie durch andere öffentlich verfügbare Informationen gestützt werden. Eine veraltete Zeitangabe im Impressum Ihrer eigenen Website kann Ihnen auf diesem Weg zurückkommen.

Was wir in der Praxis machen

Vier Stellen, eine Reihenfolge, zweimal im Jahr durchgehen.

Eine Quelle festlegen. Die Öffnungszeiten stehen an genau einer Stelle, von der aus alles andere gepflegt wird. Meistens ist das ein Zettel oder eine Notiz, nicht die Website. Hauptsache, es gibt sie.

Google zuerst. Reguläre Zeiten, dann die speziellen für die zehn Berliner Feiertage und für Heiligabend und Silvester, auch wenn Sie dort normal geöffnet haben. Die Warnung verschwindet nur, wenn Sie bestätigen.

Längere Schließungen aufteilen. Alles über sechs Tage geht über den Status, nicht über spezielle Zeiten.

Facebook und Apple nachziehen. Bei Facebook über den Status, bei Apple über die temporären Zeiten.

Die Website zuletzt. Sie ist die Quelle, die Google crawlt. Wenn dort etwas Altes steht, arbeitet es gegen Sie.

Kurz gefasst

Spezielle Öffnungszeiten bei Google gehen bis sechs Tage, danach den Status umstellen. Googles Feiertagsliste und die Berliner Liste sind nicht dieselbe. Das Ladenöffnungsgesetz betrifft Verkaufsstellen des Einzelhandels, nicht Ihr Restaurant und nicht Ihren Salon. Facebook kennt keinen einzelnen Feiertag. Und gepflegte Zeiten verbessern nicht Ihr Ranking, aber ohne sie fehlen Sie bei jeder Suche nach „jetzt geöffnet".

Quellen